Teaminterne Aufstellungsarbeit – Management Constellations

Die teaminterne Aufstellungsarbeit – so wie ich sie in den Jahren 2002/3 in Zusammenarbeit mit dem Managementteam von Dr. Luigi Pedrocchi entwickelt und später mit Georg Senoner, Henriette Lingg unter dem Titel „Management Constellations“ beschrieben habe (Rosselet et al., 2007) – bringt bei der Zukunftsgestaltung das schöpferische Moment eines gemeinsamen Bewusstseins – die kollektive Intelligenz – ins Spiel.

Dabei wird ausschließlich auf Themen des Managements fokussiert: Das Augenmerk richtet sich auf Fragen im Zusammenhang mit der Lenkung, Gestaltung und Entwicklung von Organisationenals komplexe soziale Systeme. Dementsprechend haben Management Constellations gegenseitige Abhängigkeiten im Blick wie

  • das Zusammenspiel zwischen einem Vertriebskanal, der Marketingstrategie, dem übergreifenden Qualitätsmanagement, einem Innovationsprojekt und den Umsatzvorgaben eines Geschäftsbereichs oder
  • die Wechselwirkung zwischen den Routinen in einem Spital, dem beruflichen Ethos der Ärzte, einem Kostenstabilisierungsprogramm, dem Druck der Aufsichtsbehörde und der Gesundheitspolitik oder
  • das Verhältnis zwischen der Lehrerschaft, der Schulleitung, einer Bildungsreform, den bestehenden Bildungspraktiken und den Schülern einer Schule.

Diese Fokussierung auf Organisationsdynamiken bringt allein schon eine entscheidende Wende bei der Arbeit im teaminternen Workshop-Setting. Die Frage lautet nicht wie bei der Arbeit im Setting der „Stranger Group“ bzw. der offenen Seminargruppe „Wie komme ich bei der Arbeit in meine Kraft?“, sondern „Was müssen wir als Team tun, damit ein größeres Ganzes sich gesund und erfolgreich entwickelt?“ Es geht um Sinn- bzw. Orientierungsstiftung unter Einbezug des impliziten Wissens und emotionaler Aspekte in Anbetracht einer Situation mit prekärer Informationslage.

Die Absicht der Intervention liegt im Entstehen-Lassen von Commitment hinsichtlich eines Vollzugs erster gemeinsamer Schritte in eine immer offene Zukunft. Deshalb schließt an die szenische Arbeit jeweils ein dialogisches Gespräch mit den Teammitgliedern an. In dessen Verlauf werden die Dreh- und Angelpunkte der szenischen Arbeit nochmals in Betracht gezogen und daraus Schlüsse abgeleitet. Danach werden konkrete Maßnahmen zur Implementierung der Lösung getroffen.

All dies begründet eine Interventionspraxis, in der die Akzente deutlich anders gesetzt sind als im Standard-Setting der offenen Seminargruppe.

Tipp
Teaminterne Aufstellungsarbeit zu Fragen des Managements – Management Constellations. Auszug aus dem Buch Organisationsaufstellungen – Grundlagen, Settings, Anwendungsfelder von Gunthard Weber und Claude Rosselet (Hrsg.)
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